Frau Hedi multiplizieren: Zeigt Eure Party-Erinnerungen und bastelt die Barkasse

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Diesen Donnerstag hätte ich als DJ Biggy Pop meine Saison auf der Hedi begonnen. Frau Hedi, genauer gesagt. Jener Barkasse, auf der sich zu rock ‘n‘ rolligen Klängen über die Elbe schippern lässt. Schwimmender Club. Wogende Kaschemme. Nussschale der Herzen. 

Ich liebe es, zum Fluss herunterzuradeln. Meine Musik im Rucksack. An den Landungsbrücken 10 steige ich die schmale Treppe hinab. Die Hedi liegt leicht schaukelnd an der Innenkante. Die famose Crew wuchtet gerade Bierkisten, Flaschen und Eis an Deck. Ahoi und Hallo, Umarmungen und Handschläge. Ein kleines feines Nachhausekommen, ein Nachdraußengehen nach dem Winter, der zwischen Wänden verbracht wurde. Zwischen den eigenen. Aber auch zwischen denen von Musikclubs, Konzerthallen und Bars. Das gute wilde Leben. Eine Art von Verbinden. 

Hedi ist eine menschenfreundliche, aber auch querdenkende Gastgeberin

Nach einem kleinen Soundcheck hätte dann der Einlass begonnen. Ich mag es sehr, wenn sich das Boot füllt. Den Leute steht diese Erwartung einer guten Zeit ins Gesicht geschrieben. Diese Vorfreude und Offenheit. Ich spiele gerne ein wenig Ankommensmusik, während die Hedi auf die Elbe hinausrollt. Am Dock 10 vorbei. Hin zu den Ecken, Winkeln und Schleusen im Hamburger Hafen. Positive Sounds sollen es sein, zu denen sich ein erstes Getränk bestellen lässt. „Wann strahlst du?“ von Erobique & Jacques Palminger ist zum Beispiel ein guter Song, um auf die spezielle Atmosphäre der Hedi einzustimmen. Denn die Hedi ist eine äußerst menschenfreundliche, aber auch querdenkende Gastgeberin. Ballermann ist ihre Sache nicht. Dafür das Schöne, Schräge, das alle Umarmende. 

DJ, Biggy Pop, Frau Hedi, boat, cruise, Hamburg, Harbour, Club, PartyIch schaue mir immer gerne an, welche Menschen an Bord sind. Was könnte ihr Herz erfreuen. Was bringt sie womöglich zum Tanzen. Spiele ich mehr Soul oder mehr Indierock oder mehr  Hip-Hop oder mehr Pop? Am liebsten ohnehin von allem das Gute. Zu Beginn einer Tour hängen viele erst einmal im Außen. Im großen Oh und Ah. Die Kräne und die Köhlbrandbrücke, die Schiffe und der Sonnenuntergang. Stunde um Stunde und Schnaps um Schnaps richtet sich die Aufmerksamkeit dann langsam nach Innen. 

Der Corona-Konjunktiv

Aus all den sehnsuchtsvollen Seeleuten wird nach und nach bestenfalls eine große schaukelnde Partycrew. Alle tanzen dann Walzer zu Peter Sarstedt oder klopfen sich mitsingend auf die Brust bei Queen. Sie liegen sich in den Armen bei Britney Spears oder schütteln ihr Haar zu Peaches. Die Enge des Raums. Das Auf und Ab. Der Blick auf die Lichter der Stadt. All das ist dann verdichtetes Glück. 

Dieses Jahr ist alles anders. Dieses Jahr ist alles ein großes Eigentlich. Hätte, würde, könnte. Der Corona-Konjunktiv. Doch um den Hedi-Spirit aufrechtzuerhalten, habe ich mir eine Aktion überlegt. Zur Freude aller, die das gemeinsame Feiern auf der Elbe vermissen. Und auch, um mir den ausgefallenen Auflege-Abend ein wenig zu versüßen.

Aktion diesen Donnerstag: die Hedi-Multiplikation

Lasst uns gemeinsam mit Frau Hedi durch das Netz schippern. Postet diesen Donnerstag (9.4.) ab 20 Uhr Eure Hedi-Erinnerungen auf Euren sozialen Plattformen. Auf Facebook, Instagram, von mir aus auch auf Twitter und was ihr sonst noch so nutzt. Eure Fotos und Filme aus den vergangenen Hedi-Jahren werden so am Donnerstag zum kollektiven Party-Törn. Und falls Ihr gerade kein Archivmaterial zur Hand habt: Erzählt einfach eine kleine Hedi-Anekdote.

Frau Hedi, Hedi, Barkasse, Boot, boat, cruise, Party, DJ, Biggy Pop, DIY, Badewanne, Gitarrenmann, Rettungsring, Discokugeln, Party, Club, Szene, Musik, Music, PopOder, tadaa: Bastelt Eure eigene Hedi! Ich habe zum Beispiel eine Tupperschüssel zu Barkasse umgebaut und in meiner Badewanne vom Stapel gelassen. Nutzt Tassen, Töpfe und Krimskrams. Baut die Hedi-Kloschlange mit Plüschtieren nach. Fabriziert ein DJ-Pult aus Keksen. Verkleidet Euch als Hedi-Kapitän. Die Kreativität ist so weit wie ein Fluss. Am besten noch: Lasst — wenn vorhanden — Eure Kinder die Hedi malen oder bauen. Die können das im Zweifelsfall ohnehin viel besser und bunter.

Neumodisch hieße diese Aktion wohl: Challenge. Irgendwie scheint alles eine Challenge zu sein dieser Tage: Fit bleiben, Abstand halten, Karaoke singen, die Nerven bewahren, an die Wand starren. Die Hedi ist aber keine Herausforderung. Die Hedi ist Freiwilligkeit, Freude, Laufenlassen. Deshalb soll das Ganze hier nicht Challenge heißen, sondern: Frau Hedi multiplizieren. Denn Frau Hedi multiplizieren heißt: Freude vervielfältigen. Also: Wenn Ihr ein Stichwort oder einen sogenannten Hashtag verwenden mögt, dann diesen: #frauhedimultiplizieren.

Die Musikszene unterstützen

Das Ganze ist natürlich ein hübscher Versuch. Teilt diesen Beitrag gerne und sagt es allen weiter. Mal sehen, ob jemand mitmacht.  Aber ich freue mich jetzt schon auf jeden einzelnen Beitrag — als Überbrückung, bis wir uns alle in der Realität wiedersehen. Mit Bier in der Hand und Seegang im Herzen.

Diese Aktion hat aber auch einen ernsten Hintergrund: Viele Hamburger Musikclubs, darunter auch Frau Hedi, sowie zahlreiche DJs, Musikerinnen und Musiker, Bands, Technikerinnen, Booker, Veranstalterinnen und andere Akteure aus der Popbranche sind vom Corona-Shutdown in ihrer Existenz bedroht. Lasst uns zeigen, dass dieses freiheitliche Leben in Clubs und Bars, auf Konzerten und Festivals nicht wie selbstverständlich aus unserem Leben verschwunden ist. Und wenn Ihr ein paar Euro auf Eurem Konto übrig haben solltet, dann spendet gerne, zum Beispiel hier: 

Hedi-Soli-Ticket
S.O.S. — Save Our Sounds: Spendenaktion der Clubstiftung
Support your local musician — Spendenaktion RockCity Hamburg

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Musik, Reflexion und Neustarts im Herbst

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In den vergangenen Wochen ist es ein wenig ruhiger zugegangen auf diesem Blog über Musik in Hamburg. Das liegt zum einen daran, dass ich viel gearbeitet und organisiert, mich engagiert und Kontakte gepflegt habe. Zum anderen habe ich nach gut einem Jahr Selbstständigkeit und Bloggen das Bedürfnis, innere Einkehr zu halten. Zu reflektieren und Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Begünstigt wird dieser Prozess, diese Gär- und Entwicklungsphase, durch die Jahreszeit. Ich liebe den Herbst, da er einerseits die Seele durchpustet und andererseits im Dunklen alles mehr zur Ruhe kommt. 

Diese beiden Seiten spiegeln sich bei mir aktuell auch im Musikhören wider. Ich genieße es zum Beispiel außerordentlich, mich bei einem Festival wie dem Molotow Cocktail mit neuer lauter und wilder Musik aus Hamburg vollzusaugen. Umgehauen hat mich etwa eine Band wie Glue Teeth, die ihren intensiven Mix aus Hardcore und Postpunk bis in die letzte Faser hinein zelebriert. Und ein großes Lob geht wie immer an das Molotow selbst, das einem ermöglicht, soviel positives Brodeln aus dieser Stadt live zu erleben. 

Der Soundtrack, um die Gedanken zu sortieren

Joshua Radin, Albumcover, Musik, Singersongwriter, record, Here Right NowZuhause höre ich momentan wiederum viel leise aufspielende Musikerinnen und Musiker. Ich brauche einen ruhigeren Soundtrack, um meine Gedanken zu sortieren. Um noch stärker zu sondieren, wohin die Reise gehen soll. Und um all diese Anregungen und Ziele aufzuschreiben. 

Seit einigen Wochen auf Dauerrotation ist zum Beispiel der US-amerikanische Singersongwriter Joshua Radin mit seinem sachte gepickten Gitarrenspiel auf „Here, Right Now“. Auch der berückende Pianopop von June Cocó hat eine feine anregende Wirkung. Ihr neues Album „Fantasies & Fine Lines“ erreichte mich bereits vor einigen Wochen. Und ich freue mich schon sehr auf ihr Releasekonzert am Freitag in der Hebebühne in Altona. 

Improvisation von Sofia Härdig und Inspiration von Anna Ternheim

Zum Glück kommt auch beruflich derzeit viel Musik zu mir, die meinem November-Gefühl entspricht. Die also diese Mischung aus Bilanzieren und Aufbrechen unterstützt. Für das Visions-Magazin habe ich beispielsweise das frei atmende Artrockwerk „This Big Hush“ der Schwedin Sofia Härdig besprochen. Eine Platte, die überdeutlich macht, wie wichtig Improvisation ist. Wie gut das Leben klingt, wenn neue Impulse hineinwehen dürfen. 

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Anna Ternheim, fotografiert von Chris Shonting

Sehr prägend war für mich in den vergangenen Wochen auch das Album „A Space For Lost Time“ von Anna Ternheim. Für die Radiosendung NDR Nachtclub Überpop habe ich die schwedische Musikerin in Berlin zum Interview getroffen. Für mich ist es eine große Inspiration, wie offen Anna Ternheim über ihre Lyrics, über Liebe und Tod, Ängste und Selbstverantwortung spricht. 

20 Pfund an Angst verloren

Mit dem Titel „A Space For Lost Time“, so erzählte Anna Ternheim, möchte sie einen inneren Raum eröffnen, wo jede und jeder das Gefühl bekommt, dass Dinge möglich sind. Dass wir neue Entscheidungen treffen können. Dass es nicht zu spät ist. Und dass man verpasste Chancen auch nachholen kann. Vielleicht ist das einfach eine Frage der inneren Haltung, des State Of Mind, sagte sie. 

Es sei nicht einfach aus der Komfortzone herauszutreten. Aber Anna Ternheim habe persönlich das Gefühl: Jedes Mal, wenn sie diesen Schritt gewagt hat, sei sie belohnt worden. Ob sie nun eine Beziehung beendete, die zu nichts geführt hat. Oder ob sie etwas unternommen hat, von dem ihr alle abgeraten haben. Jedes Mal, wenn sie etwas getan hat, was sie für wichtig hielt, obwohl es hart und anstrengend war, sei sie mit einem guten Gefühl belohnt worden. Sie könne dann wieder atmen. Als ob sie 20 Pfund an Angst verloren habe.

Anna Ternheim erklärte dann noch: Die Art und Weise, wie wir einen beherzten, verändernden Schritt das eine Mal gegangen sind, bedeutet nicht, dass wir ein für alle mal herausgefunden haben, wie das Ganze funktioniert. Diese fortwährende Suche nicht schleifen zu lassen, sondern mutig und neugierig zu bleiben, finde ich sehr erstrebenswert. Deswegen habe ich mich in der jüngeren Vergangenheit besonders gerne mit Neustarts beschäftigt.

Zu Gast bei Say Say: Neustart mit Hip-Hop

Say Say, Soulful Hiphop radio, Hamburg, radio, Host, Freddy Staudacher, Morning Show, MusikIch war zum Beispiel zu Gast in der Morningshow von Say Say, einem Hamburger Webradio für soulful Hip-Hop. Moderator Freddy Staudacher hat seinen Sender im Frühjahr 2018 gegründet, nachdem er Jahre lang als gut verdienender Businessanwalt gearbeitet hatte. Wer ihn im entspannten Flow an Mikro und Plattenspielern erlebt, der merkt schnell, dass seine Umorientierung hin zur Musik genau richtig war.

Im Studio auf Kampnagel habe ich eine Stunde lang über meinen eigenen journalistischen Werdegang, über meine musikalische Sozialisation und übers Auflegen auf der Barkasse Frau Hedi gesprochen. Und wir haben von mir mitgebrachtes Vinyl gespielt — von Aretha Franklins „Don’t Go Breaking My Heart“ bis zu Bobby Hebbs „Sunny“, von der Rock Steady Crew über Lauryn Hill und Charles Bradley bis zu Mary J Blige.

Der Hamburger Musikpreis, verschlankt am Start

Neu aufgestellt hat sich auch der Hamburger Musikpreis, ehemals Hans genannt. Vergeben wird die Auszeichnung von der Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft, kurz IHM. Nach einer Pause im vergangenen Jahr ging der Hamburger Musikpreis nun mit fünf Kategorien neu und verschlankt an den Start. Im Vordergrund standen die nominierten Newcomer, die bei der Verleihung im Mojo Club auch alle drei auftraten. Elaborierter hypnotischer Rock von Monako, Gesamtkunstwerk-Electropop von Kuoko und wütend-feministischer Hip-Hop von One Mother, die letztlich auch das Preisgeld von 5000 Euro mit nachhause nahmen.

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One Mother beim Hamburger Musikpreis, fotografiert von Thomas Ertmer

In diesem Jahr war ich Teil der Jury. In meinem Blogpost über das Landesrockfestival in Rostock hatte ich bereits geschildert, wie gerne ich mit anderen passioniert über Musik spreche. Das war auch in der aktuellen Hamburger Runde der Fall. Einfach fielen die finalen Entscheidungen für den Hamburger Musikpreis allerdings nicht.

Unsere langen Vorschlagslisten galt es auf drei Nominierte pro Kategorie einzudampfen. Und viele Herzblutfavoriten blieben dabei auf der Strecke. Natürlich lässt sich dementsprechend immer über den Sinn und Zweck von Preisen an sich streiten. Aber Streit ist ja eben auch: Austausch, Dialog, Kommunikation. Und all das gab es auch nach der offiziellen Verleihung im Mojo reichlich.

Pop, Präsenz, Polarisierung

Die Reaktionen auf Preis und Veranstaltung reichten von schlimm bis klasse. Ein gehörig polarisierendes Spektrum. Manche monierten hakende Einspieler, abwesende Künstler und ein wenig lokalpatriotisches Moderatorenduo (aus Köln). Manche hätten sich mehr Pop-Präsenz gewünscht. Und mehr Aufmerksamkeit beim anwesenden Branchenpublikum. Andere lobten den anarchischen Charme der Gala. Und wieder andere freuten sich, dass ansonsten weniger sichtbare Acts und innovative Projekte gewonnen haben.

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Kuoko beim Hamburger Musikpreis, fotografiert von Thomas Ertmer

Das Kollektiv EQ Booking, das sich für Diversität im Musikbusiness einsetzt, erhielt den Preis in der Kategorie „Beste Freunde“. Das stetig wachsende Netzwerk musikHHwomen wurde als Initiative des Jahres geehrt. Und Künstler des Jahres wurde der geschmeidig brummkreiselnde Musiker Carsten Erobique Meyer. Die Kollegin Nele Hinner hat für den Musikblog Soundkartell einen ausführlichen Rückblick über den Abend geschrieben.

Lieblingslieder brauchen Freiräume

Zum Lieblingslied 2019 kürte die Jury Deichkinds „Richtig gutes Zeug“. Ich durfte die Laudatio in dieser Kategorie halten. Besonders wichtig war mir zu betonen: Solch ein Hit, solch ein Krachersong, der alle anderen zu überragen scheint, ist definitiv kein One-Hit-Wonder. Sprich: Solche Nummern entstehen nicht aus dem Nichts. Wer ein Lieblingslied schreibt, hat in der Regel schon zahlreiche andere Lieder geschrieben. Es bedarf also Herzblut, Know-how, Zeit und auch Zweifel, um ein Lieblingslied zu schreiben. Und: Freiräume. Wir in Hamburg müssen immer wieder darauf achten, dass diese erhalten bleiben, wachsen und gedeihen.

Damit das kreative Brodeln und Gären weitergehen kann. Damit die Musik weiter spielt. Damit wir uns entwickeln können.

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Biggy Pop – Take Five: Meine Hamburger Pop-Woche

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Bei „Biggy Pop – Take Five“ geht es heute um meine ganz persönliche Popwoche, aus der ich fünf Aspekte herausgepickt habe. Und das war gar nicht so einfach. Denn in dem Zeitfenster, in dem wir uns gerade befinden, ist schlichtweg irre viel los.

Die Sommerferien sind vorbei. Das musikalische Leben nimmt auch jenseits von Open Airs wieder Fahrt auf. Und bevor das Reeperbahn Festival popkulturell alles in einem großen Strudel absorbiert, bitten Veranstalter und Netzwerker noch einmal um unsere bestenfalls ungeteilte Aufmerksamkeit. Tage und vor allem Abende, an denen ich mich hervorragend fünfteilen könnte, ohne dass es in Hamburg langweilig würde.

Die hier herausgestellten Punkte von „Biggy Pop – Take Five“ sollen vor allem abbilden, wie vielfältig die hiesige Szene agiert. Und beim Lesen möchte ich definitiv dazu anregen, rauszugehen und mitzumischen. Viel Spaß!

1. Sommerfest von Clubkombinat und Popup Records

Auf dem Gelände von Sommer in Altona mit seinem hübschen Zirkuszelt lud die Bahrenfelder Plattenfirma Popup Records am Montag gemeinsam mit dem Clubkombinat Hamburg zum Sommerfest. Ein lauschiges Hallo von rund 300 passionierten Pop-Arbeitern und Musik-Nerds in unmittelbarer Nähe zur Reeperbahn.

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Für mich hatte der Abend noch eine besondere Bedeutung. Denn das Clubkombinat, das sich für die Belange der Hamburger Spielstätten einsetzt, feiert in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag — und ich durfte eine vierteilige Dokumentation zum Jubiläum verfassen. Zudem erzählt ein Film die Geschichte des Vereins, dessen Dreh ich journalistisch begleitet habe. 

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Fotos: Clubkombinat

An diesem Abend wurde jedoch nicht nur getrunken und geredet, sondern auch öffentlich diskutiert. Unter dem Titel „15 Jahre Clubkombinat — Music was my first love“ unterhielten sich Susanne „Leo“ Leonhard (Docks/Prinzenbar), Claudia Mohr (Waagenbau), Holger Jass (Ex-Onkel Pö) und der Rapper Das Bo. Moderiert wurde der Talk von meiner grandiosen NDR-Kollegin Siri Keil, die mit mir zum Team des neuen Formats Nachtclub Überpop gehört. Ich liebe es, wenn auf einem Fleck derart geballtes Pop-Engagement zusammenkommt. 

2. MusicHHwomen MeetUp

Unglaublich viel popkulturelle Kompetenz und Leidenschaft war am Dienstag beim Netzwerktreffen der Initiative MusicHHwomen zu erleben. Bei schwül-dampfenden Höchsttemperaturen versammelten sich Popkünstlerinnen und Musiker, Journalistinnen, PR-Fachfrauen, Veranstalterinnen, Labelmitarbeiterinnen, Bookerinnen, Technikerinnen und Musikmalocherinnen unterm Dach der Bar Kleiner Donner in der Schanze. Die Community hat sich 2017 mit dem Ziel gegründet, all den coolen Ladies aus dem Business eine Plattform zu bieten. Der Verein RockCity Hamburg, treibende Kraft hinter diesem Netzwerk, bot einen ersten Einblick in die MusicHHwomen-Datenbank, die offiziell zum Reeperbahn Festival gelauncht wird. 

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Ich bin immer wieder stark beeindruckt, welch konstruktive Atmosphäre das RockCity-Team zu erzeugen versteht. An diesem Abend durfte ich als eine von vier Speakerinnen von meinem Werdegang als Musikjournalistin und Texterin erzählen. Im Anschluss wurden wir Expertinnen an Tische gesetzt, um individuell Fragen zu beantworten. Ich bin ganz baff, mit wie viel Elan und Persönlichkeit zahlreiche Frauen in die Branche drängen. Dutzende inspirierende Gespräche und Kurz-Coachings später radelte ich erfüllt nach Hause.

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Doreen Schimk von Warner Music im Gespräch, fotografiert von Julia Schwendtner (ebenso obiges Foto)

Besonders nachhaltig bin ich von den anderen Speakerinnen und ihren Geschichten begeistert: Die einflussreiche Musikmanagerin Rita Flügge-Timm erzählte klug davon, wie sie ihren Weg ins Musikgeschäft fand und welche Begegnungen von Falco über Roger Cicero bis zu Udo Lindenberg sie in ihrem Schaffen geprägt haben. Promotion-Powerhouse Doreen Schimk von Warner Music berichtete leidenschaftlich von ihrer Flucht aus der DDR 1988, vom Engagement in der Roten Flora bis hin zu ihrer heutigen Major-Position mit Dutzenden Mitarbeitern. Und Pianistin Gudrun Lehmann schilderte aufschlussreich, warum sie bevorzugt Musik für Filme und Serien komponiert — und weshalb sie sich für Pro Quote Film einsetzt. Moderiert wurde diese anregende Sause von Sängerin Sarajane.

3. Neue Konzertorte für Hamburg

Das altehrwürdige Hansa Theater ist eigentlich ein Ort für bunte Varieté-Abende mit dressierten Tieren und bauchredenden Menschen, mit Artisten und Clowns. Jetzt haben sich die Betreiber Thomas Collien und Ulrich Waller entschlossen, das Haus am Steindamm nahe des Hauptbahnhofs erstmals für Konzerte zu öffnen. Gemeinsam mit dem Musikjournalisten Stefan Krulle gründeten sie den St. George Club — benannt nach dem Viertel, in dem das plüschige Theater mit seinen knapp 500 Sitzen beheimatet ist. Den Anfang machte am Mittwoch — bei gefühlt 50 Grad Raumtemperatur — der Jazztrompeter Nils Wülker mit seiner Band. Ein eindringliches Konzert, dessen guter Sound große Lust macht auf mehr Musik im Hansa Theater. 

Ich freue mich immer, wenn sich in der Stadt weitere Spielstätten finden, wo Pop zu erleben ist. Von daher bin ich sehr gespannt auf die neue Open-Air-Fläche, die nun für die Saison 2020 angekündigt wurde. Im Juli nächsten Jahres will STP Hamburg Konzerte auf dem Gelände vor dem Volksparkstadion eine Reihe von Konzerten mit bis zu 20.000 Besuchern veranstalten. Als erste bestätigte Show treten am 11. Juli 2019 die Rapper Alligatoah, Pimpulsiv, DNP und Sudden alias Trailerpark auf. Eingeweiht wurde das Areal bereits im August 2017 mit einem ausverkauften Konzert der dänischen Band Volbeat. Weitere Ankündigungen sollen in den kommenden Wochen folgen.

4. Aktuelle Alben aus Hamburg

Onejiru, Record, Cover, Higher Than High, Singer, Hamburg, KeniaWie rührig die Hamburger Pop-Szene ist, lässt sich zum Glück nicht nur an Arbeiten im Hintergrund ablesen, sondern auch an neuen Veröffentlichungen. In der Popkolumne des Hamburger Abendblatts schreibe ich über die aktuellen Alben von Sängerin und Aktivistin Onejiru, von Slacker-Queen Ilgen-Nur, von der Soul-Supergroup namens Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen sowie von Keele, deren Album ich zudem bereits auf dem Blog besprochen habe.

5. Auflegen auf der Hedi

Für mich ist es immer ein ganz besonderes Erlebnis, auf der Barkasse Frau Hedi Musik aufzulegen. Meistens agiere ich solo als Biggy Pop — natürlich immer verstärkt durch ein tolles Skipper- und Barteam.

DJ, Biggy Pop, Frau Hedi, boat, cruise, Hamburg, Harbour, Club, PartyDiesen Samstag geht es jedoch mit meinem heiß geliebten Radiokollektiv Das Draht an Bord. Normalerweise produzieren wir journalistisch kuratierte Sendungen für das Internetradio Byte FM. Ab 19.30 Uhr geht es mit Soul, Hiphop, Indierock und Pop aber wogend  über die Elbe. Ich liebe es, die Atmosphäre unter den Anwesenden musikalisch aufzugreifen und mit meinem Set zu euphorisieren. Außerdem: Hafen und Herzblut, Schnaps und Sound — mehr Sommer geht kaum. Kommt gerne vorbei, es gibt noch Karten. 

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Roller Derby – das neue Fanzine ist da

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Mein Begriff von Popkultur ist weit gefasst. Ganz klar liegt mein Fokus auf Musik. Aber sich nur auf diesen einen Bereich zu fokussieren, würde der ganzen bunten Sache nicht gerecht werden. Literatur, Magazine, Serien, Filme, Fashion können Popkultur sein. Und eben auch Sport. Vor allem im Fall von Roller Derby, jenem famosen Vollkontaktsport, in dem zumeist Frauen hart aber herzlich gegeneinander anfahren.

Neben Training und Turnieren gehört zum Roller Derby ein ganz eigener Kosmos aus DIY-Attitüde, Fankultur und eben Musik, der vor allem eine große Offenheit feiert. Jede und jeder kann mitmachen, unabhängig von Alter, Körperform, Gender und sexueller Orientierung.

In Hamburg skaten die Harbor Girls seit 2008

Bereits in den 1930er-Jahren entstanden, erlebte der Sport um die Jahrtausendwende einen neuen Schub und kam Anfang der Nuller-Jahre von den USA verstärkt nach Europa. In Hamburg skaten die Harbor Girls seit 2008, mittlerweile angedockt an den FC St. Pauli, mit viel Know-how, Coolness und Leidenschaft. Das Grundprinzip ist einfach: Gefahren wird im Oval gegen den Uhrzeigersinn. Die sogenannte Jammerin versucht, am gegnerischen Block vorbeizufahren. Für jede überholte Spielerin gibt es einen Punkt. Nebenbei legt meist ein DJ Musik auf. Die Stimmung ist euphorisch, fair und familiär.

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Fanzine Nr. 2, fotografiert von Derby Digger

Mich hat die gesamte Atmosphäre direkt absolut angesprochen. Als ich im Frühjahr einen Bout, also ein Spiel der Harbor Girls Hamburg besuchte, war ich daher hoch erfreut, dass dort ein neues Fanzine für Roller Derby auslag. Der Derby Digger. Ich las das Heft am nächsten Tag sofort von der ersten bis zur letzten Seite durch, war fasziniert von Vielfalt, Spaß, Professionalität und mir war klar: Ich möchte mitmachen. Rollschuhlaufen ist lange her bei mir, Schreiben jedoch nicht.

Derby Digger, das Fanzine für Roller Derby Kultur, feiert Ausgabe Nr. 2

Ich mailte also Herausgeber Joachim an, der als DJ Luetten in Hamburg auch Clubs und Kneipen mit Ska, Reggae und Rocksteady versorgt. Nun feiert Derby Digger Nr. 2 an diesem Donnerstag seinen Release. Und Luetten sowie yours DJ Biggy Pop legen zu diesem freudigen Anlass gemeinsam auf der Barkasse Frau Hedi auf. Ich bin schon extrem gespannt auf die neue Ausgabe und freue mich auf all die Beiträge der anderen Autoren, zudem auf das Layout von Julia und auf die Fotos, etwa von Regularman.

Mir wurde die Ehre zuteil, ein Porträt von Jammerin Miss Zoffi zu schreiben, das ich hier – in freundlicher Absprache mit Luetten – nun präsentieren darf. Quasi als Appetizer für das restliche Heft, das die Tage auch in der Buchhandlung Schanzenviertel, im Strips & Stories, im Nachladen sowie im Fanladen St. Pauli zu haben sein dürfte. Popkultur auf Papier. Zum Anfassen. Zum Aufheben. Zum Liebhaben.

Artikel aus dem Derby Digger: „Jammen als Way Of Life“ von Biggy Pop

Furchtlosigkeit, Taktik, Ausdauer, Intuition – seit ich 2012 das erste Mal ein Roller-Derby-Spiel erlebte, haben mich die Jammer*innen besonders fasziniert. Ich hatte damals mein Erspartes zusammengekratzt und eine Auszeit vom Job genommen, um einige Wochen in New York leben zu können. Mitten in der Sinnsuche sah ich also bei einem Bout in Brooklyn diese Frauen, wie sie mit Wucht, Spaß und Geschick auf jene zurasten, die ihnen im Weg standen. Wie sie es immer wieder versuchten, bis die Hürden überwunden waren und sie befreit weiter rollen konnten. Ich dachte mir: Wäre es nicht fantastisch, mit dieser Energie sein Leben zu leben?

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Miss Zoffi, fotografiert von Regularman

Ich bin also hoch beglückt, Jahre später mit Sophie alias Miss Zoffi einen Menschen kennenlernen zu dürfen, der Jammen definitiv als Way of Life versteht. Wir treffen uns an einem sonnigen Tag in Berlin und setzen uns zur Mittagspause mit Salat und Schorle an die Spree.

Als erstes fallen mir die windschnittigen Streifen in ihrer Kurzhaarfrisur auf. Nachhaltig angetan bin ich von Sophies entspannter und zugleich leidenschaftlicher Art, mit der sie erzählt: Wie sie im März 2018 in die Hauptstadt gezogen ist, um international bei den Berlin Bombshells (Bear City Roller Derby) zu fahren. Und wie das Derbyverse im Allgemeinen und das Jammen im Besonderen seit sechs Jahren ihr Leben prägt.

Der Sport, das Teamgefühl, die Community. Alles passte

Ich war schockverliebt!“ Das war ihr erstes Gefühl, nachdem eine Arbeitskollegin (Rough Rudie) sie 2012 zum Recruiting Day der Hamburg Harbor Girls mitgenommen hatte. Sophie war von München über Trier und Mainz frisch in die Hansestadt gezogen und wollte Leute kennenlernen. Der Sport, die unterschiedlichen Persönlichkeiten, das Teamgefühl, die Community. Alles passte. Ein neues Zuhause.

Ich hatte vorher gar nichts mit Rollschuhlaufen oder Skaten am Hut. Dann habe ich gemerkt: Ich habe Talent und möchte gucken, wie weit ich kommen kann“, erzählt Sophie. Anfangs habe sie durchaus Hemmungen gehabt, mit Vollspeed auf ein Pack zuzufahren. „Das ist eine mentale Herausforderung.“ Was ihr half: Trainieren. Auf den Skates sicherer werden. Und: Taktik üben. „Wie reagieren die Blocker*innen? Wie kann ich sie austricksen? Ich muss mir vorher einen Plan a, b und c machen“, erklärt Sophie.

Viel gelernt hat sie von erfahrenen Roller-Derby-Profis wie der Berliner Vereinsgründerin Master Blaster. Und bei Bootcamps mit Fahrer*innen aus England und den USA, etwa mit Scald Eagle aus Denver. „Scald Eagle ist riesig und stark, sie kann Bewegungen perfekt analysieren und schneidet durch das Pack wie Butter. Ihre Tipps habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm.“

Miss Zoffi: „Ich bin körperlich stärker geworden“

Hochachtung hat Sophie vor den Blocker*innen, die im Training auch ein wenig leiden müssten, wenn die Jammer*innen ihre Einsätze üben. „Leider treffen wir die Blocker*innen dann auch mal in der illegalen Blocking Zone, zum Beispiel im Rücken“, sagt Sophie – und ergänzt amüsiert: „Aber was wäre die Alternative? Rollende Sandsäcke?“ Um ihre Strategie zu verbessern, sei es für sie absolut sinnvoll, im Training immer mal wieder im Pack zu fahren: „Wir Jammer*innen haben oft einen Tunnelblick, während die Blocker*innen den Überblick behalten müssen. Das ist extremes Multitasking.“

Was mich noch interessiert: Wie hat Roller Derby Sophies übriges Leben verändert? „Ich bin körperlich stärker geworden“, erzählt sie. „Ich war zwar vorher auch schon selbstbewusst, aber Roller Derby hat das noch verstärkt. Ich sehe: Ich kann was, ich bin gut darin. Das macht mich stolz und das macht Spaß. Und mich inspiriert, dass so viele andere Frauen ihre Stärke nach außen tragen.“ Wenn Sophie über Roller Derby spricht, ist da ganz viel Wärme und Klarheit in ihrer Stimme. Das ist wirklich ansteckend.

Für Bear City kümmert sich Miss Zoffi zudem um Sponsoringanfragen

Von 2015 bis 2017 spielte Sophie in der Bundesliga für die Harbor Girls, dann wechselte sie nach Berlin, deren A-Team zu den ersten 28 weltweit gehört. Dreimal in der Woche geht sie zum Training, hinzu kommen Sondertrainings und regelmäßige Besuche im Fitnessstudio. Für Bear City kümmert sie sich zudem um Sponsoringanfragen.

Wenn Freunde sagen, Roller Derby sei doch „nur ein Hobby“, muss sie widersprechen. „Am liebsten würde ich das hauptberuflich machen. Andererseits finde ich den DIY-Gedanken toll. Die Frage ist, ob die Leidenschaft auf der Strecke bleibt, wenn der Sport zu stark professionalisiert und kommerzialisiert würde“, sagt sie nachdenklich.

Roller Derby – Liebe von und zu den Fans

Letzten Endes ist Sophie natürlich auch selbst schlichtweg ein riesiger Roller-Derby-Fan. Wenn sie mit dem Team Germany zur WM nach Manchester fährt wie im Februar 2018 oder zu den Big O nach Oregon im Mai diesen Jahres, dann freut sie sich irre, all die Top-Spiele anschauen zu können, zum Beispiel den Bout Australien gegen USA. „Da war schon was los.“

Und dass Fans unvergessliche Momente schaffen können, das hat Sophie selbst mit den Deckhands bei den Harbor Girls erlebt: „Wir hatten ein Spiel gegen Birmingham vor einigen Jahren. Der Gegner hat uns echt niedergemacht. Aber da gab es diese eine Situation, wo ich einen Apex Jump geschafft habe. Danach bin ich auf Knien in Richtung Deckhands gerutscht und alle sind aufgesprungen und haben mir zugejubelt“, erzählt Sophie. „Das ist das tollste Gefühl der Welt, von solchen Fans angefeuert zu werden. Immer, wenn ich mich motivieren möchte, denke ich an diesen Moment zurück.“

Inspiration für alle Kurven und Hürden im Leben

Alle können mitmachen, eine Rolle spielen, sich gegenseitig pushen. Sophie liebt, wie vielfältig das Derbyverse ist. Dass etwa Vereine wie St. Depri ihren Platz in diesem Kosmos finden. Und dass es keine Altersgrenze gibt. „Wenn ich mal als Jammer*in in Rente gehe, würde ich gerne Announcer*in werden“, erzählt Sophie, die bald 30 wird. Und dann blickt sie auf die Spree und sagt noch: „Wenn ich nicht mit Roller Derby angefangen hätte, was ich da alles verpasst hätte – das wäre total verrückt.“

Wow – die Begegnung mit Sophie hallt noch lange nach. Wie sehr sie verkörpert, dass sich Herzlichkeit und Ambition nicht ausschließen, hat mich total begeistert. Und wie die Fahrer*innen gegenseitig ihre eigenen Rolemodels sind und ihre Skills abfeiern. Definitiv eine Inspiration für alle Kurven und Hürden im Leben.

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